Mensch & Moor

Vor Beginn der menschlichen Einflussnahme erstreckte sich das Hochmoor Blinklingmoos über größere Bereiche auch in südlicher und östlicher Richtung. Im Zuge der menschlichen Besiedelung des Wolfgangseegebietes ab ca. 700 n. Chr. fanden im Hochmoor erste Rodungen und Wiesennutzungen, später auch Beweidungen statt.

Im 18. Jahrhundert wurden erste Entwässerungsgräben im und um das Hochmoor angelegt, ab 1903 ein Grabennetz zur systematischen Entwässerung des Blinklingmooses errichtet.

Mit dem Bau der Salzkammergut-Lokalbahn im Jahr 1893 entstanden weitere Entwässerungsgräben sowie der Bahndamm, der auch heute noch das Hochmoor durchschneidet. Durch Funkenschlag der Lokomotiven und einer voranschreitenden Austrocknung des Hochmoores kam es bis zur Einstellung der Salzkammergut-Lokalbahn im Jahr 1957 fast jedes Jahr zu Moorbränden. Im 1. und 2. Weltkrieg fand glücklicherweise nur ein bescheidener Torfabbau zur Gewinnung von Brennmaterial statt.

Vor allem die Entwässerungsmaßnahmen führten zu einem dauerhaften Absenken des Moorwasserspiegels. Seit dem 19. Jh. hat sich der zentrale Teil des Hochmoores durch oberflächennahe Zersetzung des Torfkörpers um etwa 1 Meter abgesenkt. Gleichzeitig kam es zu einem Einwandern standortfremder Pflanzen und Tiere in das Hochmoor. In den letzten 50 Jahren hat somit eine starke Verbuschung und Verwaldung der Hochmoorareale eingesetzt.

Das Blinklingmoos zählt auch heute noch zu den besterhaltenen Hochmooren in den Ostalpen, doch das empfindliche Ökosystem wurde durch die menschlichen Eingriffe nachhaltig beeinflusst.