Die Pflanzenwelt im Blinklingmoos

Die feuchten, nährstoffarmen und sauren Lebensbedingungen des Hochmoores führten neben der bunten Torfmoosgesellschaft zum Einwandern weiterer Spezialisten. Die verschiedenen Feuchtgebiete des Naturschutzgebietes beherbergen heute 51 gefährdete Pflanzenarten - darunter mehrere Enzianarten, das Sumpf-Läusekraut, die Sibirische Schwertlilie, die Moosbeere und das Scheidige Wollgras. In trockeneren Teil- und Randgebieten des Hochmoores existieren daneben Besenheide, Latsche, Birke und Waldkiefer.

Bemerkenswert ist das Vorkommen aller 3 Vertreter unserer einheimischen Fleischfressenden Pflanzen: der Sonnentau, das lila blühende Fettkraut und der Wasserschlauch mit seinen gelben Blüten. Die drei Pflanzen haben jeweils unterschiedliche Strategien entwickelt, um ihren Stickstoffbedarf zu stillen: während der Sonnentau mit langen Drüsenhaaren und das Fettkraut mit einer klebrigen Blattrosette auf Insekten- und kleine Spinnen lauert, erbeutet der Wasserschlauch mit Hilfe seiner zu Fangblasen umgestalteten Blattzipfel kleine Wassertiere, wie Wasserflöhe oder Gelsenlarven.

Legende

Die Angaben beziehen sich auf die Rote Liste Österreichs und die Rote Liste Salzburgs. Zusätzlich wird auf die FFH-Liste der EU verwiesen.

in Österreich stark gefährdet
in Österreich gefährdet
in Österreich Vorwarnstufe
in Salzburg vom Aussterben bedroht
in Salzburg stark gefährdet
in Salzburg gefährdet
in Salzburg Vorwarnstufe
im Flachgau gefährdet
nicht gefährdet
vollkommen geschützt

Die FFH-Liste

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union (EU), deren wesentliches Ziel die Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt ist. Der Anhang II der FFH-Richtlinie listet Tier- und Pflanzenarten auf, für die Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. Es wurden vor allem solche Arten aufgenommen, die durch ihre Ansprüche an den Lebensraum als "Schirmart" für viele weitere in diesem Lebensraum vorkommende Arten gelten (z.B. Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling in Streuwiesen). Die FFH-Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, den günstigen Erhaltungszustand der in den Ländern vorkommenden Lebensräume und Arten zu erhalten.

Link zu FFH-Richtlinie: http://www.naturschutz.at/eu-richtlinien/ffh-richtlinie/


Erklärung "Vollkommen geschützt"

Nach der Salzburger Pflanzenartenschutzverordnung sind diese Arten vollkommen geschützt, der Schutz bezieht sich auf alle ober- und unterirdischen Teile der Pflanze und umfasst das Verbot, diese zu beschädigen, zu vernichten, von ihrem Standort zu entfernen, entgeltlich oder unentgeltlich anzunehmen oder abzugeben oder den Standort solcher Pflanzen so zu behandeln, dass ihr weiterer Bestand gefährdet oder ausgeschlossen wird.